Holz gehört zu den ältesten Baustoffen der Schweiz und erlebt derzeit eine sachlich begründete Renaissance. Was früher vor allem den Chalets und Ökonomiegebäuden vorbehalten war, findet heute im mehrgeschossigen Wohnungsbau, in Aufstockungen und in Ersatzneubauten seinen Platz. Der Trend ist weder Mode noch Nostalgie, sondern die Folge nachvollziehbarer Vorteile bei Vorfertigung, Bauzeit und Ökobilanz. Entscheidend bleibt jedoch, dass Holz kein Selbstläufer ist. Wer die Stärken nutzen will, muss die Anforderungen an Planung, Brandschutz und Bauphysik von Beginn an mitdenken.
Warum Holz an Bedeutung gewinnt
Der klarste Vorteil liegt in der Vorfertigung. Wand-, Decken- und Dachelemente entstehen witterungsunabhängig im Werk, mit hoher Massgenauigkeit und gleichbleibender Qualität. Auf der Baustelle verkürzt sich die Montagezeit spürbar, was Lärm, Verkehr und Belastung für die Nachbarschaft reduziert, gerade bei innerstädtischer Verdichtung ein realer Vorteil. Hinzu kommt die Ökobilanz: Holz bindet über seine Lebensdauer CO2 und ersetzt Baustoffe mit höherem Energieaufwand in der Herstellung. Als nachwachsender, regional verfügbarer Rohstoff passt er zu einer Bauweise, die Ressourcen und graue Energie ernst nimmt. Nicht zuletzt schätzen Bauherrschaften das geringere Gewicht der Konstruktion, das bei Aufstockungen bestehende Tragwerke schont.
Anforderungen realistisch einschätzen
Holzbau verlangt Präzision und eine frühe, koordinierte Planung. Weil ein Grossteil der Wertschöpfung ins Werk verlagert wird, müssen Entscheide zu Grundriss, Haustechnik und Anschlüssen früher feststehen als im konventionellen Massivbau. Spätere Änderungen sind aufwendiger. Brandschutz, Schallschutz und Feuchtigkeitsmanagement sind lösbar, erfordern aber sorgfältige Detailplanung und geprüfte Aufbauten. Häufig entstehen deshalb Hybridlösungen, etwa mit einem massiven Kern oder Sockel und Holzelementen im Aufgehenden. Hier zeigt sich, warum die durchgängige digitale Planung mit BIM zum operativen Standard geworden ist: Sie verbindet Architektur, Statik und Vorfertigung in einem konsistenten Modell und senkt das Fehlerrisiko an den Schnittstellen.
Zusammenspiel mit Energiestandards
Holzbau und ambitionierte Energiestandards ergänzen sich gut. Hohe Dämmwerte lassen sich in vorgefertigten Elementen effizient umsetzen, was den Weg zu Minergie-P oder einem GEAK der Klasse A erleichtert, beides Bereiche, die im Rahmen des Gebäudeprogramms 2026 gefördert werden. Wichtig ist, dass Fördergesuche stets vor Baubeginn eingereicht werden und die Beiträge kantonal unterschiedlich ausfallen. In Kombination mit erneuerbarer Wärme und Photovoltaik, deren Zubau derzeit stark wächst, entsteht ein stimmiges Gesamtkonzept. Wertbeständig ist ein Holzbau am Ende nicht wegen des Materials allein, sondern wegen der Qualität der Planung, die Konstruktion, Energie und Nutzung zusammenführt.
Ob Ersatzneubau, Aufstockung oder Sanierung mit Holzelementen: Eine frühe, saubere Planung entscheidet über Kosten, Termine und Ergebnis. Domus Projects begleitet Bauherrschaften von der ersten Machbarkeitsfrage bis zur Ausführung und prüft mit Ihnen, ob und wie sich Holzbau für Ihr Vorhaben eignet. Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie Ihr Projekt fundiert angehen möchten.



